Review "Sex Education" (Dramedy / Netflix)

* * * * * * * * (8 von 10 Sternen)

Otis (Asa Butterfield) hat ein Problem. Nicht nur das seine Mutter (Gillian Anderson) eine praktizierende Sextherapeutin, eben diese Methoden auf das Privatleben anwendet und Otis nervt. Nein, ausgerechnet der Sohn einer Sextherapeutin hat Angst davor, sich selbst zu befriedigen. Doch eben dieser Otis wird an seiner Schule der Sextherapeut schlechthin und hilft seinen Mitschülern vor allem zueinander zu finden.

(C) Eleven / Netflix

(C) Eleven / Netflix

Ganz wichtig zu Beginn: Vergesst den kindischen und unreifen Humor, den ihr in „American Pie“ und ähnlichen Streifen und Serien gesehen habt. Ansonsten geht ihr mit den völlig falschen Erwartungen in die Netflix-Serie. Die Drehbücher entpuppen sich nämlich als gelungenes Crossover zwischen Humor und Drama. Die Charaktere, und mögen sich manchmal dramaturgisch leicht überzeichnet sein, werden in ihren Problemen ernst genommen. Der Humor entsteht durch die Figurenzeichnung und die Konstellation zueinander. Trotzdem gibt es immer wieder auch ernste, traurige und nachdenkliche Momente und das ist es im Endeffekt was die Serie ausmacht. Sie zeigt uns auf humoristische Art und Weise, dass wir es uns im Bereich der Liebe und Zwischenmenschlichkeit immer noch schwer machen. Dabei könnte doch so vieles einfach sein.

„Sex Education“ lebt von ihren Charakteren und die Macher der Serie haben ihren Schauspielern mit ihren Figuren ein richtig schönes Geschenk gemacht. Diese liefern durchweg eine grandiose Performance ab und überzeugen mit ihrer Spielfreude. Die Bekanntesten im Cast Asa Butterfield („Ender’s Game“ „Der Junge im gestreiften Pyjama“ „Hugo Cabret“) und Gillian Anderson („Akte X“ „American Gods“) tragen die Serie. Besonders Anderson spielt in ihrer Rolle ganz groß auf. Aber auch Persönlichkeiten wie Ncuti Gatwa, Emma Mackey und Connor Swindells überzeugen auf ganzer Linie.

(C) Eleven / Netflix

(C) Eleven / Netflix

„Sex Education“ ist in vielen Momenten eine besondere Serie. Die Macher sind wirklich sehr kreativ in jeglicher Hinsicht. Fun Fact: Es wird zu keinem Zeitpunkt der Serie genannt, an welchem Ort und in welcher Zeit die Serie spielt. Das führt natürlich zu witzigen Spekulationen. Zwar glaubt man durch die Architektur und der Tatsache, dass die Autos Linksfahrer sind, dass die Serie in England spielt, aber dann spielt ein großer Trailerpark eine wichtige Rolle und man zweifelt wieder. Auffällig ist auch, dass die viele Figuren Klamotten aus den 80er Jahren tragen und auch entsprechende Musik hören. Das tun aber bei weitem nicht alle Figuren. Somit erschaffen die Serienmacher eine neutrale Welt, sodass jeder weltweit sich leicht mit den Figuren und ihren Herausforderungen synchronisieren kann.

(C) Eleven / Netflix

(C) Eleven / Netflix

Fazit: „Sex Education“ ist eine witzige aber ernstzunehmende Serie über Sex und Liebe und Zwischenmenschlichkeit. Der Humor kommt durch die Charakterzeichnung und die Konstellationen der Figuren zueinander, auf zotigen Humor wird weitestgehend verzichtet. Die Schauspieler liefern eine fantastische Performance ab.