Review: "The Shape of Water" (2018)

Review: "The Shape of Water" (2018)

* * * * * * * * *(8 von 10 Sternen)

Der mexikanische Regisseur Guillermo Del Toro hat sein Herz regelrecht an der Fantasy verloren. All seine Filme spielen mit der klassischen Rezeptur dieses Genres. Damit ist Del Toro einer der wenigen Filmemacher, die es wirklich verstanden haben, was mit Fantasy alles möglich sein kann. Der Clou an seinen Filmen: Die Themen, die er in seinen Filmen einarbeitet, könnten dabei  bodenständiger und realistischer nicht sein. Damit zählt Del Toro zu einen der wenigen Filmemachern, die den echten Spirit des Filmemachens verstanden haben und dem sich einige deutsche Filmschaffenden endlich zum Vorbild nehmen sollten. Besonders die, die entweder jede halbwegs ernstzunehmende Geschichte über Liebe „überschmalzen“ oder einen Film mit Bezug zu unserem realen Leben fantasielos realitätsnah abfilmen und sich dafür auch noch feiern lassen und unverständlicherweise auch noch gefeiert werden.

„Shape Of Water“ ist ein Film über Liebe. Ein Film gegen die noch immer vorherrschende Unterteilung in Rasse, Geschlecht und Wesen. Ein Film über Menschlichkeit. Elemente, die wir uns vor allem in der heutigen Zeit uns immer wieder in Erinnerung rufen müssen. Aber auch ein Film über das Anderssein, über wahrhaftige Sexualität, die keine Grenzen kennen sollte. Del Toro nimmt den Zuschauer mit in eine andere Welt. Diesmal sind es die 60er Jahre. Wir hören die Musik von damals. Wir sehen den Kleidungsstil an den Figuren, die diese Welt bevölkern. In diese Welt tritt schon nach wenigen Minuten ein fantasievolles Wesen und ändert natürlich alles. Es geht um Solidarität und das Verstehen des Menschseins. Dafür bedarf es wohl der Anwesenheit eines Fantasiewesens. Clever.

Jetzt erinnert uns Regisseur Del Toro an die Ursprünge des Films und die Macht der Bilder und der Macht von Mimik und Gestik, denn die beiden Hauptprotagonisten sprechen im gesamten Film kein einziges Wort. Sie erzählen ihre Geschichte allein über ihre physischen Fähigkeiten und offenbaren dem Zuschauer alles. Ihre Emotionen in ihrer Wahrhaftigkeit lassen Worte über Liebe wie leere Hülsen erscheinen. Eine Eigenschaft, die es sogar ermöglicht, dass beide Geschlechter es schaffen, sich emotional mit dieser Liebesgeschichte zu synchronisieren.

Doch das reicht Del Toro noch nicht: Sein Film nimmt uns mit auf eine Achterbahn der Emotionen. Mal lacht der Zuschauer sehr intensiv über den wunderbar funktionierenden Humor, mal ist er vollkommen still bei den intimen emotionalen Szenen und sehr oft ist der Film unglaublich brutal und reißt den Zuschauer mit einer solchen Wucht von seiner lila Wolke. Herzliche menschliche Sidekicks und ein äußert widerwärtig handelnder Antagonist bereichern den Film mit einer großen aber in sich homogenen Abwechslung. Trotzdem fehlen dem Film besonders zum Finale ein paar Highlights.

In „Shape Of Water“ brillieren vor allem Sally Hawkins, Doug Jones und Michael Shannon. Eine spielt über den gesamten Film stumm, den Einen hat man noch nie in seiner menschlichen Form gesehen und der Dritte entfaltet seine antagonistische Kraft auf einem hohen Niveau. Octavia Spencer und Richard Jenkins überzeugen als stark charakterisierte Sidekicks.
Die ruhige Bildgestaltung wird von dem leicht träumerischen Score von Alexandre Desplat unterstreicht.

Fazit: Guillermo Del Toro erzählt uns Zuschauern ein filmisches Märchen über Liebe die über Rassenunterschiede stehen kann, über Solidarität, über das Anderssein und über Zwischenmenschlichkeit in einer Vielfalt unterschiedlicher Genres und einem intensiven Spiel der Schauspieler.

THE SHAPE OF WATER - OFFIZIELLER TRAILER

ACADEMY AWARD WINNER - Bester Film

ACADEMY AWARD WINNER - Guillermo del Toro - Beste Regie

ACADEMY AWARD WINNER - Alexandere Desplat - Bester Soundtrack

ACADEMY AWARD WINNER - Bestes Szenenbild

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