Review: "Die Dunkelste Stunde" (2018)

Review: "Die Dunkelste Stunde" (2018)

* * * * * * * * * (9 von 10 Sternen)


Bei den Oscars 2018 wird ein Ort zufällig zum zentralen Star der Academy Awards. Der französische Küstenort Dünnkirchen. Denn sowohl der mit 8 Nominierungen bedachte Kriegsfilm von Christopher Nolan "Dunkirk" als auch Joe Wrights politische Aufarbeitung aus der Sicht von Winston Churchill. Beide Filme haben noch etwas anderes gemeinsam, sie enden mit der berühmten Rede Winston Churchills, die einen großen Anteil dazu beiträgt, dass aus Europa keine Diktatur aus Angst und Schrecken geworden ist.

Als Erstes möchte ich gern auf die Performance von Gary Oldman eingehen. Denn ich bin sehr davon überzeugt, dass der britische Schauspieler den Oscar mehr als verdient hat. Oldman schafft mit seiner Performance den Zuschauer zu faszinieren. Einen großen Anteil daran hat nicht nur die exzellente Arbeit des Maskenbilds sondern Oldmans Spiel. Mimik und Gestik. Duktus und Eigenarten. Oldman hat den Mann Winston Churchill bis in die kleinste Haarspitze studiert. Churchill ist ein Mann mit Ecken und Kanten. Schwer formbar. Oldman zollt ihm in jeder Szene Respekt, zu keiner Zeit verkommt seine Interpretation zu einer Karrikatur. Es ist eine kleine Herausforderung, eine real existierende Persönlichkeit in einem Film respektvoll und authentisch zum Leben erwecken. Oldman hat diese Herausforderung zusammen mit dem Filmteam gemeistert. Oscarwürdig.

Aber Regisseur Joe Wright ("Stolz & Vorurteil" "Wer ist Hanna" "Pan") verlässt sich nicht nur allein auf seinen Hauptdarsteller. Er setzt auch auf visueller Ebene Akzente. Eine tolle Bildgestaltung fängt die bedrohliche Stimmung, die auch damals in London allgegenwärtig war, fantastisch ein. Dynamische Kamerafahrten setzen tolle Akzente und fügen sich homogen in die Dramaturgie ein. Das macht "Die dunkelste Stunde" zu einer sehr sehenswerten und spannenden Biografie. Von der Gesamtstimmung ist der Film mit "The King's Speech" vergleichbar.

Zwar zieht Oldman alle Aufmerksamkeit auf sich, doch die Leistung des gesamten Schauspielensembles muss sich nicht verstecken. Sehr überzeugend und stark ist auch die Performance von Kristin Scott Thomas, die mit Clementine Churchill eine Frau darstellt, die ihrem Mann in jeder Szene auf Augenhöhe begegnet.

Vor dem Fazit kommt diesmal ein ganz persönliches Statement: "Die dunkelste Stunde" ist für mich ein sehr wichtiger Film geworden. Er hat mir gezeigt, dass man trotz aller Widerstände an seiner Linie festhalten und sich treu sein muss. Auch wenn eine Entscheidung auf dem ersten Blick vollkommen unpopulär wirkt und niemand dir Unterstützung zugsagt, wahre deine Weitsichtigkeit und zeige Durchhaltevermögen. Wer weiß, wie die Welt heute aussehen würde, wenn Churchill sich damals anders entschieden hätte. Das hat mir zu Denken gegeben und mir Motivation geschenkt, an meinem Kurs festzuhalten.

Fazit: "Die dunkelste Stunde" ist eine faszinierende Biografie, spannend und visuell hochwertig inszeniert. Gary Oldmans Performance ist oscarwürdig und das Ensemble überzeugt durch starke Leistung. Einer der wenigen herausragenden Filme über das Thema Zweiter Weltkrieg.

DIE DUNKELSTE STUNDE - OFFIZIELLER TRAILER

ACADEMY AWARD für GARY OLDMAN - BESTER HAUPTDARSTELLER

ACADEMY AWARD für BESTES MAKE-UP

Review: Dunkirk (2017) - Kriegsfilm

Review: Dunkirk (2017) - Kriegsfilm

Review: "The Shape of Water" (2018)

Review: "The Shape of Water" (2018)