Review: "Red Sparrow" (2018) - Agenten Thriller

Review: "Red Sparrow" (2018) - Agenten Thriller

* * * * * * * (7 von 10 Sternen)

5 Jahre machen, der in Österreich geborene Regisseur, Francis Lawrence und die Schauspielerin Jennifer Lawrence (weder verwandt noch verschwägert) gemeinsam Filme. Damals hat der Regisseur, die zuvor Filme wie „I Am Legend“, „Wasser für die Elefanten“, „Constantine“ und Musikvideos für Lady Gaga und The Black Eyed Peas kreiert hat, das Film Franchise „The Hunger Games“ von seinem Vorgänger Gary Ross übernommen. „Red Sparrow“ ist nun die erste Zusammenarbeit mit der Schauspielerin außerhalb der „Hunger Games“ Welt.

„Red Sparrow“ basiert auf einem Roman des ehemaligen CIA Mitarbeiters Jason Matthews und entpuppt sich als eine Mischung aus Agenten Thriller und Erotikfilm. Das ist auf dem ersten Blick eine interessante und auch riskante Kombination verschiedener Genres. Und tatsächlich sollten interessierte Zuschauer nicht zu prüde sein, um diesem Aspekt etwas abzugewinnen. Jedes Geschlecht zieht in diesem Streifen blank. Nein, es handelt sich hier um keinen Softporno, Freunde. Der Fokus der Story richtet sich auf die klassische Spionage Arbeit, die diesmal im kalten Russland angesiedelt ist. Mit einer Besonderheit: Einige Frauen und Männer werden dazu ausgebildet, mit Hilfe ihrer körperlichen Reize und Verführungskünste wichtige Informationen aus ihren Zielen zu filtern. Gemeinsam mit seinem Drehbuchautor Justin Haythe („Lone Ranger“ „Zeiten des Aufruhrs“ „Cure For Wellness“) erzählt der Regisseur eine recht ruhige Agenten Story, die zwar spannend ist aber teilweise einige Längen aufweist.

Francis Lawrence katapultiert uns in eine Welt aus Gewalt, Folter und Sex. Geografisch spielt sich die Story größtenteils in Russland ab, teilweise in Europa. Gedreht wurde aber zum großen Teil in Ungarn und Slowenien. Der Regisseur muss dabei eine visuelle Gratwanderung vollziehen, da der Film vor allem auch auf dem amerikanischen Markt funktionieren muss. Tatsächlich wirkt die Bildgestaltung in einigen freizügigen Sequenzen durch gewisse Kamerafahrten und -perspektiven teilweise unfreiwillig komisch und dadurch unnatürlich. Tatsächlich spürt der Zuschauer den Spirit amerikanischer Prüderie, der auf dem Europäischen Filmmarkt so nicht mehr existiert. An dieser Stelle erinnern wir uns an die wunderbare Sequenz aus „Die Simpsons – Der Film“, die auf treffende Art und Weise die typisch amerikanisch übertriebene Prüderie herrlich parodiert.

Regisseur Lawrence und sein Team gleichen dies durch teilweise intensive Gewaltszenen und der fantastisch in Szene gesetzten so herrlich unterkühlten russisch-osteuropäischen Architektur und dem ebenso unterkühlten Landschaftsbild aus. Der Kommunismus ist in jeder Häuserritze und jedem Baumstamm eindeutig zu spüren. Damit fallen die oben genannten „Defizite“ nicht so sehr ins Gewicht.

Jennifer Lawrence, Jeremy Irons, Ciarán Hinds, Charlotte Rampling und Matthias Schoenaerts aus Belgien agieren über den gesamten Film solide und mit tiefrussischem Akzent. Joel Edgerton und Mary-Louise Parker dürfen akzentfrei spielen. Aus Deutschlandsind diesmal in kleinen Rollen Sebastian Hülk und Louis Hofmann als österreichischer Bänker zu sehen. Keiner der Darsteller vermag wirklich hervorstechen.

Fazit: „Red Sparrow“ ist ein solider und überzeugender Agenten Thriller mit erotischen Flair vor einer wunderbar inszenierten russisch-osteuropäischer Kulisse. Das Drehbuch weist einige Längen auf, bleibt aber spannend. Die Leistung der Schauspieler überzeugen, sind aber nicht herausragend.

RED SPARROW - DER OFFIZIELLE TRAILER

Tipp: Heute ist Kinotag in Deutschland. Gute und günstige Gelegenheit den Film auf großer Leinwand zu sehen.

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