Review: "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" (2017)

Review: "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" (2017)

* * * * * * * * * * * (10 von 10 Sternen)

Auf dem ersten Blick sieht man es diesem Film nicht an: Es geht um Verlust, Nächstenliebe und Zwischenmenschlichkeit. Themen, die in sonstigen Filmen recht eindeutig emotional dem Zuschauer vermittelt werden. Und das ist auch ein simpler Grund warum der neue Film von Martin McDonagh der erste Film dieses noch so unschuldig wirkende neue Jahr mit Höchstbewertung ist. Der Autor und Regisseur kombiniert die oben genannten Themen mit skurrilen Figuren, schwarzem Humor und einer unkonventionellen Grundidee.

Wenn Quentin Tarantino der Meister des Dialoges ist, so ist Martin McDonagh, der vor Jahren bereits mit „Brügge sehen… und sterben?!“ ein unterschätztes Meisterwerk abgeliefert hat, der Meister der Flüche und der Schimpfwörter. Gut, dass scheint für viele jetzt recht plump zu wirken. Das ist es aber nie in seinen Filmen, denn der Autor legt seine Flüche und Schimpfwörter in den Mund seiner äußert detaillierten und komplex gestalten Figuren, die im gesamten Film ein großes emotionales Repertoire offenbaren und somit eine menschliche Vielseitigkeit. Egal ob Hauptfigur oder Nebenfigur. Jeder besitzt auf individuelle Art eine Tragik, die der Autor und Regisseur seinen Zuschauern auch nicht vorenthält. Und am Ende geht es nicht um das, was auf den Billboards steht. McDonaghs Hauptfigur löst eine regelrechte Kettenreaktion aus, jedoch ist das Ende bei weitem nicht vorhersehbar, wie man es bei einem Dominoeffekt vermuten würde. Bis dahin zeigt uns McDonagh mit den unzähligen und guten Wendungen in seiner Erzählung Facetten von Figuren und ihren Geschichten was wirklich relevant ist. So sehen wir einen Film, der uns emotional auf eine Achterbahn mitnimmt. Ein Film, der unser Lachen im nächsten Moment im Keim erstickt. Ein Film, der unsere emotionale Betroffenheit mit Humor ausmerzt.

Die vielschichtigen Figuren in dem verschlafenen Provinznest Ebbing werden von einem grandiosen Cast zum Leben erweckt. Frances McDormand mimt eine Frau, die auf ihre Vergangenheit und ihre Gegenwart mit einer starken Persönlichkeit reagieren möchte, um ihre Verzweiflung endlich in den Griff zu bekommen. Das kann sie natürlich nicht. Ihre Mildred begegnet dieser vor allem emotional ausweglosen Situation mit trockenem Humor. An McDormands Seite brillieren ihre männlichen Kollegen Woody Harrelson, Sam Rockwell und Peter Dinklage ebenso mit ihren Rollen. Alle meistern den Spagat zwischen Humor und Tragik und alle offenbaren wie sehr sie vom Leben gezeichnet worden sind.

Der Film überzeugt durch eine unaufgeregte Bildgestaltung und einen wunderbar komponierten Score von Carter Burwell, der zwischen klassischen Motiven des Westerns und den klassischen Motiven des Dramas balanciert.

Fazit: Der Film von Regisseur Martin McDonagh ist ein weiterer Favorit bei den Academy Awards. Zurecht. Er überzeugt mit schwarzem Humor, vielschichtigen und liebenswerten Figuren, einer Geschichte über Menschlichkeit, Nächstenliebe und Zusammenhalt und mit einem famosen Cast. Sehenswert. Höchstwertung.

THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI - TRAILER

FRANCES MCDORMAND erhielt den OSCAR für die BESTE HAUPTROLLE

SAM ROCKWELL erhielt den OSCAR für die BESTE NEBENROLLE

Der Film wird in vielen Programmkinos in Deutschland wieder auf der großen Leinwand zu sehen sein.

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