Review: "Bohemian Rhapsody" (Musik-Biografie)

Review: "Bohemian Rhapsody" (Musik-Biografie)

* * * * * * * * (8 von 10 Sternen)

Es ist eine große Herausforderung, wenn nicht die größte Herausforderung, eine Biografie in einen großen Film umzusetzen. Es gibt dabei nur zwei Möglichkeiten: Man kann gnadenlos scheitern oder der Film begeistert die Massen. Dazwischen gibt es nix. Eine weitere große Herausforderung ist, dass nicht alle Zuschauer zufrieden sind und filmische Freiheiten besonders laut bei einer Verfilmung mokieren. Außerdem kennen wir die aktuellen Kritiken, besonders von Musikmagazinen, die besonders bemängeln, dass der Film nicht auf das Material des Live Aid Konzerts zurückgegriffen habe und ansonsten wie eine schlechte Playback-Show daherkommt. Nun muss man dazu sagen, dass eben jene Musikmagazine nicht in der Lage sind die filmischen Aspekte herauszuarbeiten. Das müssen sie auch nicht. Deshalb konzentriere ich mich viel mehr auf eben diesen Aspekt. „Bohemian Rhapsody“ ist ein extrem starker Film geworden.

 (C) 20th Century Fox / Regency / GK films

(C) 20th Century Fox / Regency / GK films

Freddie Mercury und die Band Queen ist etwas Einzigartiges. Sowas wird es nie wieder geben. Das künstlerische Schaffen der Band und Mercury zieht die Menschen noch heute in ihren Bann. Ihre Songs haben eine große emotionale Kraft und lösen in uns Menschen noch heute etwas Besonderes aus. Es ist kaum zu beschreiben, was passiert, wenn ein Queen Song über die Lautsprecher kommt. Soviel Kraft. Soviel Power. Soviel Gänsehaut.

Und hier zeichnet sich schon die erste große Stärke von „Bohemian Rhapsody“ ab. Regisseur Bryan Singer („X-Men“) bannt so ungemein starke Bilder auf die große Leinwand. Werden diese von einem Queen Song untermalt, so ist Gänsehaut garantiert. Eine Welle von Emotionen überrollt den Zuschauer, wenn die berühmten Songs von Queen entstehen und schließlich vollendet gespielt werden. Bild und Musik sind eine Einheit. Immer wieder schafft es der Film solche Momente zu erzeugen und das ist für mich großes Kino. Etwas, was nicht viele Filmemacher erschaffen können. Im Film gibt es eine Schlüsselszene im Film, wo die Musikwahl so perfekt ist, dass es dich emotional mitnimmt und man sogar eine Träne wegdrücken muss. Das ist richtig gutes Filmemachen. Auch ein starker Moment ist natürlich das Finale. Kameramann Newton Thomas Sigel liefert fantastische Bilder beim Auftritt von Queen auf dem Live Aid Konzert, die sich nicht vor den Originalaufnahmen verstecken müssen, auch wenn diese natürlich eine vollkommen andere und intensive Kraft haben.

 (C)20th Century Fox / Regency / GK films

(C)20th Century Fox / Regency / GK films

Wenn du Freddie Mercury spielst, dann kannst du nur verlieren. Natürlich ist an dieser Aussage ein Funken Wahrheit dran. Menschen sind einzigartig. Künstler und Pioniere verstärken diese Individualität noch mehr. Freddie Mercury war eine künstlerische Naturgewalt, das steht außer Frage und kein Künstler wird diesen Status je wieder erreichen können.

Aber trotzdem ist Rami Malek („Mr. Robot“) die zweite große Stärke des Films. Er spielt Freddie mit solcher Inbrunst, Stärke und Einsatzfreude. In jeder Szene spürst, wie Malik sich beweisen möchte und diese Ambitionen rufen ein richtig gutes Spiel hervor. Er zeigt Freddie von seiner menschlichen und verletzlichen Seite und gibt diesem Mann soviel Empathie. Denn Freddie ist vor allem eins: ein höchst emotionaler und empathischer und extrem extrovertierter Mensch mit einem Groß an verschiedenen Gefühlen. Sein mitfühlendes und verletzliches Wesen offenbart Malek in seinem Spiel sehr gut. Viele hätten erwartet, dass der Film Freddies (Sex)kapaden thematisiert, aber das halte ich für falsch. Das ist die Privatperson Freddie und nicht der Künstler. Der Film wahrt sein Andenken und ich finde, dass es die absolut richtige Entscheidung war, dies zu tun.

 (C) 20th Century Fox / Regency / GK films

(C) 20th Century Fox / Regency / GK films

„Bohemian Rhapsody“ überzeugt durch einen fantastischen Cast. Denn neben Malek spielen auch Schauspielgrößen wie Aiden „Littlefinger“ Gillen („Game of Thrones“) und Tom „Lord Beckett“ Hollander („Taboo“ „Fluch der Karibik“) spielen mit großer Spielfreude ihre Rollen. Die weiteren Mitglieder der Band Queen sind ebenfalls top besetzt. Mike Myers hat einen besonderen Auftritt als Plattenboss. Sie alle sorgen für einen Film mit Emotionen, Spannung und der richtigen Prise Humor und müssen sich nicht hinter der Performance von Malek verstecken.

Fazit: „Bohemian Rhapsody“ ist ein Film, der die Massen begeistern kann, weil viele in meinen Augen richtige Entscheidungen getroffen hat. Er transportiert dieses besondere Queen Feeling, was die Menschen noch bis heute in ihren Bann zieht und erzeugt tiefe und intensive Emotionen. Die Darstellerriege überzeugt genauso wie die Kreativen hinter der Kamera. Der Film ist ein Must See.

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