Review "BEAT" (Crime-Serie / Amazon Prime)

Review "BEAT" (Crime-Serie / Amazon Prime)

* * * * * * * * (7 von 10 Sternen)

SPECIAL – DEUTSCHE SERIEN AUF NETFLIX UND AMAZON PRIME. Eine Serie ist, wenn sie gut gemacht ist, zeitlos und sollte nicht unbedingt direkt nach dem Release turbokonsumiert werden. Eine Serie kann zur richtigen Zeit gesehen werden, seine gesamte erzählerische Kraft entfalten. Unser Special „Deutsche Serien auf Netflix und Amazon Prime“, wo wir die „Perlen“ deutscher Storytelling-Kunst auf Streaming Portalen beleuchtet, startet mit der Serie „BEAT“.

„BEAT“ basiert auf einer Idee von Regisseur Marco Kreutzpaintner („Krabat“), der bei allen Folgen auch die Regie übernommen hat und kombiniert das Leben seines Hauptprotagonisten in der Berliner Club- und Technoszene mit einer Crime-Story im internationalen illegalen Organhandel. In 7 Folgen verbindet der Regisseur seine eigenen Erfahrungen in der Clubszene und katapultiert die Figur in eine düstere Verbrecher-Welt.

(C) Warner Bros. Pictures / Hellinger Doll Filmproduktion / Pantaleon Films

(C) Warner Bros. Pictures / Hellinger Doll Filmproduktion / Pantaleon Films

Die Drehbücher für alle Folgen schrieb der Drehbuchautor Norbert Eberlein („Großstadtrevier“) zusammen mit seinem Sohn. Der Fokus der Serie, so hat es zumindest der Trailer suggeriert, soll die elektrisierende Atmosphäre der Berliner Technoszene liegen und die Crime-Story etablieren. Das funktioniert leider nicht so ganz. Denn je tiefer die Figur Robert „Beat“ Schlag in die Crime Story gerät, umso weniger ist von dieser besonderen Atmosphäre zu spüren. Leider fehlt bereits in den ersten zwei Folgen die gewisse Intensität dieser Atmosphäre. Dadurch hätte man den Zuschauer mit Leichtigkeit in die Welt von BEAT hineinziehen können.

(C) Warner Bros. Pictures / Hellinger Doll Filmproduktion / Pantaleon Films

(C) Warner Bros. Pictures / Hellinger Doll Filmproduktion / Pantaleon Films

Im Laufe der ersten Staffel wirkt die Serie immer wieder etwas zäh. Es fehlt an entscheidenden Stellen immer wieder das nötige Tempo, was die Geschichte und die Figuren dringend gebraucht hätten. Natürlich gibt es immer wieder Highlights und die nötigen Spannungsmomente, die „Beat“ wirklich sehenswert macht und wo man definitiv den Respekt den Filmemachern zusprechen kann. Diese verlieren aber ihre Zugkraft, wenn die Filmemacher entschieden haben, ihren Charakteren teilweise lange und zähe philosophisch angehauchte Dialoge zu geben. Ihre Intention, besonders bei den Antagonisten, eine gewisse Bedrohlichkeit zuzusprechen, geht nicht immer aus und nimmt das Tempo unnötig raus. Noch mal um es deutlich zu sagen: Es gibt wahrlich ein paar Highlights, doch die verschwinden schnell in der langwierigen Dramaturgie.

(C) Warner Bros. Pictures / Hellinger Doll Filmproduktion / Pantaleon Films

(C) Warner Bros. Pictures / Hellinger Doll Filmproduktion / Pantaleon Films

Dadurch haben es auch die Schauspieler schwer mit ihrer Performance zu überzeugen. Jannis Niewöhner, der die Hauptrolle übernimmt, spielt und spielt, legt sich mächtig ins Zeug und schenkt seiner Figur sowohl die nötige Psyche als auch die nötige Physis. Als Zuschauer sucht man nach Möglichkeit mit der Figur und somit auch mit der Performance mit zu fiebern, doch der Funke vermag nicht richtig überspringen. Alexander Fehling kommt mit guten Ansätzen in seiner Performance in seine antagonistische Rolle. Seine Emotionslosigkeit und Kaltschnäuzigkeit sowie einer gewissen „Monotonie“ in seinem Duktus macht seine Figur interessant, aber die Geschichte lässt es einfach nicht zu, dass von ihm eine tatsächliche Gefahr gehen. Kostja Ullmanns Performance ist leider immer etwas zu drüber. Christian Berkel, Karoline Herfurth, Hanno Koffler und Claudia Michelsen spielen ihre Figuren routiniert und überzeugen teilweise mit ihrer Performance

Fazit: „Beat“ ist eine sehenswerte deutsche Serie, die trotz ihrer Schwächen einen Blick wert ist, dank dem Einsatz und der Performance der Schauspieler, einigen visuellen und atmosphärischen und inszenatorischen Highlights. Leider trübt die Dramaturgie den Gesamteindruck.

(C) Warner Bros. Pictures / Hellinger Doll Filmproduktion / Pantaleon Films

(C) Warner Bros. Pictures / Hellinger Doll Filmproduktion / Pantaleon Films

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