Review: Justice League (2017) - Comicverfilmung

Review: Justice League (2017) - Comicverfilmung

* * * * * * (6 von 10 Sternen)


Könnte es sein, dass ein Fluch auf dem DC Extended Universe liegt? Andernfalls kann man sich dieses Auf und Ab nicht erklären, mit denen die Helden und ihre Macher schwer zu kämpfen haben. Vorweg: "Justice League" ist kein Ausfall wie "Batman v Superman" aber so richtig auf Kurs ist das Franchise auch nicht, obwohl "Wonder Woman" bereits in die richtigte Richtung eingeschlagen ist.

 (C) DC Comics / Warner Bros. Entertainment

(C) DC Comics / Warner Bros. Entertainment

Zurück zum Fluch: Eine private Tragödie zwang Regisseur Zack Snyder sich aus dem Projekt zurückzuziehen.  "Avengers" Regisseur Joss Whedon übernahm, diese Entscheidung wirkte schon ein wenig befremdlich. Ironischerweise erhielt Whedon einen Drehbuch-Credit, denn man merkt die Unausgegohrenheit in der Story an. Hier fällt es den Zuschauer extrem auf, dass zwei Regisseure am Werk waren. Die Story wirkt recht orientierungslos. Und um das ein wenig zu retuschieren, wurde ihr auch noch Zeit gestohlen, was vor allem auf Kosten der Figurenetablierung der potenziell guten Charaktere wie "Flash" und "Aquaman" ging. Trotzdem fühlt sich die Geschichte runder aber auch irgendwie schlichter an.

Die Entscheidung, dass Franchise etwas "lockerer" und "humorvoller" zu erzählen ist mal mehr mal weniger gelungen. Hier hätten sich einige Figuren (z.B. "Flash") nach vorn spielen können und trotzdem hätte den Fans eine düstere und komplexere Story Spaß gemacht.

Snyder holte ein wunderbares Ensemble vor die Kamera und jeder hätte ein bisschen mehr Screentime verdient. Neu dabei sind Ezra Miller, Jason Momoa, Ray Fischer und J.K. Simmons als Commissioner Gordon. Alle spielen mit Leidenschaft, auch wenn ihre Rollen meist extrem wenig Screentime haben (besonders Gordon). Leider bleibt der Antagonist überraschend blass.

 (C) DC Comics / Warner Bros. Entertainment

(C) DC Comics / Warner Bros. Entertainment

Immer wieder offenbaren sich diese typischen Momente in der Inszenierung von Snyder, die man entweder extrem liebt oder nur hassen kann, aber wo jeder eindeutig weiß: das ist ein Snyder. So typisch. Die Action stimmt und beschert den Zuschauer wieder einige wahnsinnig gute Momente. Aber warum im Finale schon wieder auf eine CGI Schlachtplatte gesetzt wird, kann man entweder als krasse Gradlinigkeit der kreativen Verantwortlichen ausweisen oder sie haben einfach nicht zugehört.

Ein absoluter Totalausfall ist das Engagement von Danny Elfman für den Soundtrack. Es ist schon ein Affront, dass man den DCEU erprobten Tom Holkenborg ("Mad Max: Fury Road") ersetzte, der zusammen mit Hans Zimmer den musikalischen Fingerabdruck des DCEU entwickelt hat, aber nein, dann versaut als Elfman mit einem vollkommen uninspirierten und austauschbaren Score, den man in dieser schlechten Form sonst nur in (fast) allen Marvel Filmen zu hören bekommt.
Einzig die Songs (z.B. "Everybody Knows" von Sigrid) können überzeugen.

Fazit: "Justice League" ist leider nicht der Abschluss meines Kino Jahrs 2017, den ich mir gewünscht habe. Der Fluch scheint noch nicht gebrochen zu sein, wir haben zwar gute Action und ein launiges Ensemble dafür aber wieder schlechtes CGI und einen grottenschlechten Score.

Justice League ist seit 17.03 als DIGITAL DOWNLOAD erhältlich

Der Release auf BluRay und DVD kommt pünktlich zu Ostern am 29.03.

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