Review: Blade Runner 2049 (2017) - Science-Fiction

Review: Blade Runner 2049 (2017) - Science-Fiction

* * * * * * * * (8 von 10 Sternen)


Vor über 30 Jahren kam unter der Regie von Ridley Scott („Gladiator“) mit „Blade Runner“ ein Film Noir des Science Fiction Genres in die Kinos. Nachdenklich, philosophisch und dunkel. Der Film basierend auf einem Roman von Philip K. Dick avancierte erst ein paar Jahre später zum absoluten Kultfilm. In den letzten 4 Jahren entwickelte sich der Kanadier Denis Villeneuve mit Filmen wie „Prisoners“ „Sicario“ und den Top Sci-Fi Film „Arrival“ zu einem kreativen Top Regisseur. Mit der Inszenierung von „Blade Runner 2049“ erfüllte sich Villeneuve einen Traum.

Wer bereits Ridley Scotts „Blade Runner“ gesehen hat, dem wird auffallen, dass sowohl dieser als auch „Blade Runner 2049“ wie aus einem dramaturgischen Guss wirken. Kein Wunder, denn Drehbuchautor Hampton Fancher hat sich nach über 30 Jahren nicht nehmen lassen, eine Geschichte für „Blade Runner 2049“ zu kreieren. Unterstützung bekam er von Michael Green („Logan“ / „Alien: Covenant“). Fancher und Green schenken dem Science Fiction Streifen eine klassische Film Noir Atmosphäre. Auch der Plot von „Blade Runner 2049“ ist nachdenklich, philosophisch und dunkel. Die Interaktion der Charaktere steht für sie im Vordergrund, wobei alle Figuren sich emotional eher zurückhalten. Das hat den positiven Effekt, wenn es mal recht emotional wird, der Zuschauer dies intensiv zu spüren bekommt. An manchen Stellen hat der Film einige Längen, aber das trübt den Gesamteindruck nicht so sehr.

 (C) Alcon Entertainment / Warner Bros. Pictures / Columbia Pictures

(C) Alcon Entertainment / Warner Bros. Pictures / Columbia Pictures

Ryan Gosling. Jared Leto. Robin Wright. Harrison Ford. Das Spiel der Schauspieler wird ihren Figuren in jeder Szene gerecht. Ihre emotionale Range wird durch das Drehbuch und die Inszenierung erstaunlich klein gehalten und das ist wahrhaft eine Herausforderung, die man meistern muss. Dave Bautista („Guardians Of The Galaxy“) und Barkhad Abdi („Captain Phillips“) haben prägnante Kurzauftritte, der Export aus Deutschland Carla Juri sogar eine entscheidende Schlüsselrolle.

Es gibt natürlich frappierende Unterschiede zwischen der Inszenierung von Scott und Villeneuve. Das ist natürlich vor allem der Zeit geschuldet. Über die 30 Jahre haben vor allem die visuellen Effekte und Tricks einen großen Entwicklungsschritt nach vorn gemacht. Villeneuve verfügt über Möglichkeiten, über die Ridley Scott damals nicht verfügte. Das spielt Villeneuve genüsslich aus. Der Film verfügt über unzählige krasse Schauwerte, sodass es dem Zuschauer sehr leicht fällt in diese Welt einzutauchen. Besonders hervorzuheben ist die Bildinszenierung von Roger Deakins, die wunderbar eine dystopische Welt einfängt und die wenigen aber radikalen Actionsequenzen elegant einfängt. Kleine Randnotiz in diesem Zusammenhang: Die Spezialeffekte wie Explosionen und Regen kommen von den deutschen Nefzer Brüdern, die damals u.a. schon „Das Boot“ betreut haben. Doch trotz der inszenatorischen und technischen Unterschiede wirkt das visuelle Gesamtkonzept zum Vorgängerfilm wie aus einem Guss.

 (C) Alcon Entertainment / Warner Bros. Pictures / Columbia Pictures

(C) Alcon Entertainment / Warner Bros. Pictures / Columbia Pictures

Auf der Zielgeraden gab es noch mal einen einschneidenden Personalwechsel beim Soundtrack. Denis Villeneuves bisheriger Komponist wurde gegen Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch ausgetauscht. Das schien zuerst eine krasse Veränderung vor allem weil auch Jóhann Jóhannson als virtuoser und bahnbrechender Komponist bekannt ist. Doch diese Veränderung hat einen wahrhaft positiven Effekt erzielt: Mit ihrer Arbeit am Score verbeugen sich Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch vor dem großen Vangelis und dessen Arbeit aus „Blade Runner“ und liefern einen atmosphärisch dichten und mitreißenden Score.
Wenn die Soundanlage in Euren Kinos stimmt, dann wird Euch der Score durch Mark und Bein gehen.
Und im Nachhinein ist die Besetzung von Hans Zimmer logisch: Vangelis, der Komponist von „Blade Runner“ ist Europäer und ein Synthie Virtuose und auch Hans Zimmer ist Europäer und ein Synthie Virtuose.

Fazit: „Blade Runner 2049“ ist großartiges Sci-Fi Kino im Film Noir Stil und knüpft nahtlos in seiner Atmopshäre an „Blade Runner“ an. Fantastische Bildinszenierung, tolle Leistung der Schauspieler und ein mitreißender Score. Es fehlt ein wenig dieser emotionale Flash Faktor, den ich bei „Arrival“ habe aber trotzdem ist der Film mehr als relevantes Kino.

BLADE RUNNER 2049 ist als BLU RAY / DIGITAL / DVD bereits erhältlich

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