Review: A Quiet Place (2018) - Horrorfilm

Review: A Quiet Place (2018) - Horrorfilm

* * * * * * * * * (9 von 10 Sternen)

 

Ein paar Jahre lang dümpelte das ehrwürdige Genre des Horrorfilms zwischen stupiden und spannungsarmen Splatter und Exorzistenfilme, die immer nach demselben Schema ablaufen. Letztes Jahr sorgte der Top Horrorfilmproduzent Blumhouse für einen Paukenschlag. Der Film „Get Out“ mischte Horrorelemente mit gesellschaftskritischer Satire und wurde dadurch definitiv einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre. Ein Jahr später legt nun Produzent Michael Bay, der sich mit seiner Produktionsfirma Platinum Dunes auf Horrorfilme spezialisiert hat, mit „A Quiet Place“ nach und produzierte mit John Krasinski Regiearbeit den mit Abstand qualitativ besten Horrorfilm im Vergleich zu den bisherigen Werken. Warum „A Quiet Place“ so gut ist, erklärt sich in dem einfachen aber herausragend intensivem USP.

 (C) Paramount Pictures / Platinum Dunes

(C) Paramount Pictures / Platinum Dunes

Ein USP ist ein Unique Selling Point und beschreibt eine Besonderheit eines Filmstoffs, der die Verkaufschancen an Produzenten in die Höhe treibt. Hier ist es die Logline: „Was wäre, wenn das kleinste Geräusch für uns Menschen den Tod bedeutet?“ Der Schauspieler John Krasinski arbeitet in seiner Regiearbeit diese Logline zusammen mit seinen Co Autoren Bryan Woods und Scott Beek zu einem intensiven und spannenden Horror mit tragischen Elementen aus. Krasinski macht keine Kompromisse. Über drei Viertel des Films kommunizieren die Hauptfiguren ausschließlich über Gebärdensprache. Der Regisseur und seine Autoren siedeln die Story im Jahr 2020 an und erzählt neben dem klassischen Horror eine liebevolle und tragische Familiengeschichte in einer Zeit nach einer mysteriösen Invasion auf der Erde. Zum Ende des Films wird es zudem sehr emotional. Um die Spannung 90 Minuten konstant hochzuhalten arbeiten Krasinski und seine Autoren erfolgreich unzählige gute Ideen in die Story ein.

 

„A Quiet Place“ ist wie ein Paradies für gute Schauspieler. Denn hier müssen sie über Blicke, Mimik und Gestik miteinander agieren, um die Geschichte ihrer Figuren zu erzählen. Natürlich ist die Hauptkommunikation die Gebärdensprache, aber im Mittelpunkt ist die non verbale Kommunikation. Hier dreht das Ensemble, dass aus zwei Erwachsenen Schauspieler und zwei Kinder Schauspieler besteht, mächtig auf. Emily Blunt („Looper“ „Sicario“), die Ehefrau von Regisseur John Krasinski und der Regisseur selbst spielen zusammen mit Noah Jupe („Suburbicon“) und Millicent Simmonds („Wonderstruck“), die auch im echten Leben ihr Gehör verloren hat, eine Familie, die sich in dieser krassen Ausnahmesituation, die durch die mysteriöse Invasion der Erde entstanden ist, zurecht finden muss. Ihr Spiel funktioniert allein über ihre Emotionen.

 (C) Paramount Pictures / Platinum Dunes

(C) Paramount Pictures / Platinum Dunes

Neben dem sehr guten Schauspiel überzeugen Bildsprache und Audiovisualität auf einer Ebene und erzeugen eine extrem spannende Atmosphäre, wie sie die Fans von guten Horrorfilmen haben möchten. Die dänische Bildgestalterin Charlotte Bruus Christensen („Fences“ „Molly’s Game“) setzt dabei auf eine ruhig dynamisch fokussierte Kamera, die gekonnt visuelle Twists und Schockelemente, wie sie typisch für das Horrorgenre sind, ausgearbeitet hat. Visuell ist die düstere meist aussichtslose Atmosphäre sowohl bei Tag als auch bei Nacht perfekt eingefangen. Der heimliche Star des Films ist der Sound, der hier im starken Einklang mit der Bildgestaltung agiert. Durch die Logline von „A Quiet Place“ bieten sich viele kreative Möglichkeiten. Mal ist es im Kino vollkommen leise und der Sound wirkt wie „abgedreht“ und mal die Soundkulisse wunderbar intensiv. Getragen wird das Gerüst von einem klassisch bedrohlich und ebenso intensiven Score des Komponisten Marco Beltrami.

 (C) Paramount Pictures / Platinum Dunes

(C) Paramount Pictures / Platinum Dunes

Fazit: „A Quiet Place“ ist ein Must See für Fans des klassischen Horrors. Er überzeugt durch seine simple aber grandiose Killer-Logline, einer sehr guten Schauspielperformance und einer extrem dichten Atmosphäre durch Sound und Bildgestaltung. Absolut sehenswert und der bisher beste Horrorfilm des Jahres 2018.

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