Review: Ready Player One (2018) - Science-Fiction

Review: Ready Player One (2018) - Science-Fiction

* * * * * * * * * *(9 von 10 Sternen)

Es ist ein Film für Euch. Für Euch alle. Für die Filmfans, Filmfreaks und Filmnerds. Für die Videogamer, Zocker und LAN Party Jünger. Was Euch in „Ready Player One“ erwartet ist ein Rausch. Es ist ein Paradies voller Zitate und Querverweisen durch verschiedene berühmte Filme, Videogames und Konsolenspiele. Eine Huldigung der Popkultur in Reinform, wo drei Generationen vereint werden. Es ist der beste Film von Steven Spielberg seit langem.

Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ernest Cline aus dem Jahr 2010. Gemeinsam mit Zak Penn (Drehbücher zu „Last Action Hero“ „Marvel’s The Avengers“ „X-Men 2“) entwarf dieser auch das Drehbuch für Spielbergs Film. Cline schuf bereits das Drehbuch zu dem kleinen Independent Streifen „Fanboys“, in dem es auf tragikomische Weise über das Nerdsein geht. Im Drehbuch „Ready Player One“ packen Cline und Penn eine verdammt große Anzahl an Huldigungen, Querverweisen und Zitaten aus der Filmwelt und der Gamerwelt in einen großen Koffer zusammen und schickt ihn in eine nahe Zukunft unserer Erde, wo die Menschen mithilfe von Virtual Reality (inklusive entsprechender Brillen) in eine andere Welt vor ihrer schwierigen Realität fliehen können. Roter Faden ist eine Coming of Age Story um eine Gruppe junger intelligenter und kreativer Teenager. Das Drehbuch vereint viele Subgenres. Etwas zu oberflächlich ist leider die Botschaft im Bezug auf Realität vs. Künstliche Welt geraten, sie ist bei weitem nicht so eindringlich und intensiv wie bei Nolans „Inception“.

 (C) Warner Bros. Pictures / Village Roadshow Pictures / Amblin Entertainment

(C) Warner Bros. Pictures / Village Roadshow Pictures / Amblin Entertainment

Um Euch nicht den Spaß zu nehmen und wirklich vollkommen unnötig zu spoilern, nenne ich hier keine Filme, die in „Ready Player One“ mit soviel Liebe und Respekt zitiert und gehuldigt werden, aber ich kann Euch versprechen, dass es eine ganz große Menge ist. Der Film sprudelt regelrecht vor popkulturellen Referenzen über und es ist empfohlen dringlichst die Augen offenzuhalten und Eure Konzentration auf die große Leinwand zu fokussieren. Oder noch besser: Schaut Euch den Film ein zweites Mal im Kino an (was Filmnerds und Filmfreaks sowieso machen werden).

Getragen wird der Film von jungen Schauspielern. Tye Sheridan, bekannt als Cyclops bzw. Scott Sommers aus „X-Men: Apocalypse“ darf sich nun in der Hauptrolle eines Blockbusters behaupten. Zwar ist sein Charakter in vielen Momenten im Film ein wenig übertrieben naiv, aber Sheridan spielt das mit einer gewissen Gelassenheit, dass man darüber hinwegsehen kann. Behaupten muss Sheridan sich aber gegen Letita Wright, Win Morisaki und Philip Zhao, die in den Rollen seiner Gefährten besonders im letzten Drittel zu kleinen Stars mit Spielfreude mutieren. Mark Rylance („Dunkirk“) und Simon Pegg („Mission: Impossible“) sind auf dem ersten Blick in ihren Figuren nicht wiederzuerkennen und es ist eine kleine feine Überraschung ihre Namen in den End Credits zu sehen. Ben Mendelsohn („Die Dunkelste Stunde“) spielt einen Spielberg-typisch fiesen Antagonisten. Olivia Cooke („Bates Motel“) ist der geheimnisvolle Love Interest für Sheridans Charakter.

 (C) Warner Bros. Pictures / Village Roadshow Pictures / Amblin Entertainment

(C) Warner Bros. Pictures / Village Roadshow Pictures / Amblin Entertainment

Spielberg nimmt uns zusammen mit seinem Stammkameramann Janusz Kaminski mit auf einen visuellen Trip in die virtuelle Welt. Das CGI Setting erinnert ein wenig an James Camerons „Avatar“, denn 2/3 des Films spielt in der virtuellen Welt der OASIS inklusive der CGI Figuren der Hauptcharaktere. Die Kamera agiert somit extrem frei und sehr dynamisch. Die Action ist rasant und gefällt. Regisseur Spielberg erschuf eine visuelle Welt, die vor allem Videogamern feuchte Augen machen werden. Aber auch für die Filmnerds gibt es viel zu sehen und ich muss es einfach erwähnen, vor einem Film verbeugt sich Spielberg besonders in „Ready Player One“ und es ist eine Augenweide und eine Freude das auf der Leinwand zu sehen.

Musikalisch katapultiert uns Spielberg zurück in die 80er Jahre. Es beginnt mit Van Halens „Jump“, geht weiter mit Depeche Mode, „Blue Monday“ von New Order und „Stayin Alive“ der Bee Gees. Dazwischen schwingt statt John Williams diesmal Alan Silvestri („Zurück in die Zukunft“) den Dirigentenstab und präsentiert dem Zuschauer einen klassischen Orchester Score mit gelegentlichen elektronischen Einschüben und der typischen Spielberg-Film-ID.

Fazit: „Ready Player One“ ist ein Must See für Filmnerds und Zocker und Fans von überbordenden Referenzen der Popkultur. In einer berauschenden visuellen Welt wird der Zuschauer mit Zitaten und Querverweisen regelrecht überhäuft und eine fantastische Höhepunkte in petto hat. Überzeugende Schauspieler und ein sehr gutes Drehbuch mit einer Schwäche in der Message.

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