Review: Mission: Impossible - Fallout

Review: Mission: Impossible - Fallout

* * * * * * * * * (9 von 10 Sternen)

1996 begann die große Franchise Ära von Mission: Impossible. Regisseur Brian de Palma inszenierte vor 22 Jahren den ersten Film mit Tom Cruise. Gleichzeitig ist der Film auch das Debüt von Cruise als Produzent. Danach kam der Actionspezialist John Woo. Für Film No. 3 gab „Lost“ Kreator J.J. Abrams sein Regiedebüt. „Phantom Protokoll“ ist das Realfilmdebüt von Pixar Mastermind Brad Bird. „Rogue Nation“ inszenierte Drehbuchautor Christopher McQuarrie („Die üblichen Verdächtigen“ „Operation Walküre“). Für „Fallout“ hat McQuarrie erneut Regie und Drehbuch übernommen und zeigt, dass das Franchise keinesfalls altbacken ist. Im Gegenteil: Der Film wirkt wie eine extreme Frischzellenkur inklusive Holy Shit Action.

Funfact zum Thema Frischzellenkur: Denn Mission: Impossible ist sage und schreibe 52 Jahre alt und begann als Agency-Crime-Serie in den USA. Das bedeutet, dass eure Großeltern und Eltern dieses Franchise bereits gesehen haben, da war teilweise noch nicht mal eure Zeugung geplant.

 (C) Paramount Pictures / Skydance / Bad Robot

(C) Paramount Pictures / Skydance / Bad Robot

„Fallout“ braucht sich hinter den ersten Filmen nicht verstecken. Ganz im Gegenteil: Genau wie es George Miller bei „Mad Max: Fury Road“ tat, setzt der Film auf das Motto „Back to the roots: Make it real!“ und überzeugt neben den schon oben genannten Holy Shit Actionsequenzen mit einer smarten aber auch ungewohnt „geerdeten“ Story, wenn man davon überhaupt in Verbindung mit dem M:I Franchise sprechen kann. Was damit gemeint ist, dass die Kreativen nicht dem „Höher! Schneller! Weiter!“ vollkommen den Sinn zu Realität verloren haben. Das liegt vor allem an den agierenden Hauptfiguren und ihre Konstellationen zueinander, die das ermöglichen. Gut gesetzte Portionen von Humor und Dramatik unterstreicht diese Tatsache. Aber das Aushängeschild ist definitiv die Action.

 

Die Action ist, bis zu dem Punkt wo es wirklich nicht mehr geht, sehr „handmade“. Es gibt einige Momente wo man als Zuschauer auf die Leinwand starrt und „Holy Shit“ sagt. Kampfszenen, die so extrem intensiv inszeniert sind, dass es beim Zuschauen wehtut. Das macht Spaß. Verfolgungsjagden auf der Straße, zu Wasser und zu Fuß durch ganz Paris. Das macht Spaß. Die Bildgestaltung fängt jeden dieser Moment mit einer dynamisch und überlegen ruhigen Kameraführung ein. Das macht Spaß. Die Filmemacher verstecken nichts hinter einem Schnittgewitter, sondern aktivieren lieber noch eine weitere Kamera, damit nichts von der Choreo verloren geht. Das macht Spaß.

 (C) Paramount Pictures / Skydance / Bad Robot

(C) Paramount Pictures / Skydance / Bad Robot

Und ja: Tom Cruise auf der Leinwand zu sehen, dass macht auch Spaß. Man kann über ihn denken, was man will, aber er lebt für den Film und für die Schauspielerei. Er agiert konsequent und geht immer nach vorne. Dazu muss auch gesagt werden, dass Mission Impossible definitiv sein Franchise. Auch nach 22 Jahren ist es in seinem Acting und seinem Einsatz zu spüren. Wer nach 22 Jahren immer noch seine Stunts zum größten Teil selber macht und dabei die größten Verletzungen riskiert, der hat unabhängig von seinem Privatleben meinen Respekt verdient. Aber das ist keine One Man Show. Seine Filmfamilie bestehend aus Simon Pegg, Ving Rhames, Rebecca Fergusen, Alec Baldwin und Michelle Monaghan sorgen für eine emotionale Ensemble-Dynamik.  Henry „Superman“ Cavill („Man of Steel“) begegnet Tom Cruise schauspielerisch auf Augenhöhe und ihre Interaktionen werten den Film auf.

Drehbuchautor und Regisseur Christopher McQuarrie erfindet das Storytelling Rad nicht neu, sorgt aber mit einigen guten Twists in seinem Screenplay für Spannung und sorgt mit einer guten Mischung aus Humor und Dramatik, dass die Story und somit der Film nicht abheben können. Erstaunlich, dass man nach 22 Jahren auch musikalisch noch ein paar neue Facetten ausmachen kann. Komponist Lorne Balfe („Terminator – Genisys“ / „Pacific Rim: Uprising“) huldigt natürlich dem berühmten Original Score und das berühmte Main Theme aus der Serie, damals komponiert von Lalo Schifrin, und fügt klassisch moderne Ansätze dazu, um so einen runden Action-Score zu zaubern.

Fazit: „Mission: Impossible – Fallout“ ist der gute Beweis, dass ein Franchise auch nach 22 Jahren fresh sein kann. Gutes Drehbuch in Kombi mit richtig guter Handmade-Action und einem talentierten und spielfreudigen Schauspiel-Ensemble. Der Film macht einfach Laune.

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