Review: "WIR" (Thriller mit Horror Elementen)

Review: "WIR" (Thriller mit Horror Elementen)

Vor zwei Jahren crashte der Autor und Comedian Jordan Peele die internationalen Kinoleinwände mit einer Genrekombination aus Horror und bissiger Satire. „Get Out“ zeigte den Filmemachern aus aller Welt wie perfekt man ein gesellschaftskritisches Thema mit den filmischen Stilmitteln auf die Leinwand bannen kann. Dabei überzeugte er mit Liebe zum Detail, verneigte sich vor den klassischen Suspense Horror und füllte das Drehbuch mit intelligenter Komik und gut gemachter Satire. Jetzt legt Jordan Peele einen weiteren Film nach. Diesmal ist aber eher ein Thriller mit leichten Horrorelementen und intelligenter Komik.

(C) Universal Pictures

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1986 verschwindet das kleine Mädchen Adelaide in einem gruseligen Spiegelkabinett am Rande eines Rummels am für kurze Zeit. Dort begegnete ihr etwas, was ihr Leben nachträglich verändert hat. Diese Angst begleitet Adelaide bis ins Erwachsenenalter. Und als mit ihrer Familie zusammen an den Strand zurückkehrt, wo der besagte Rummel steht, wird eine unaufhaltsame Kettenreaktion ausgelöst.

 

(C) Universal Pictures

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Das Drehbuch von Jordan Peele befasst sich zum einen mit der Urangst der Menschen, was in den unzähligen Tunnelsystemen passiert, die noch existieren. Kennen wir wirklich alle Tunnelsysteme, die es gibt? Oder existieren Systeme von denen niemand etwas weiß? Und wenn ja, was geht dort vor sich? Das andere Thema, dass Peele mit „WIR“ angeht, ist, was Regierungen unter dem Deckmantel der Unwissenheit ihrer Bevölkerung wirklich tun. Hat das noch mit Moral und Ethik zu tun, was passiert? Im Zentrum des Drehbuches steht die junge Familie von Adelaide. Ihr Mann und ihre beiden Kinder. Hier streut Peele immer wieder komische Momente ein und analysiert humoristisch eine klassische amerikanische Jungfamilie. Auch die neureichen Nachbarn kommen bei Peele ihr Fett weg. Dann wechselt die Stimmung des Films in einen Thriller mit Horrorelementen, aber auch das schafft es der Regisseur immer wieder Humor einzustreuen, ohne dass es lächerlich wirkt oder auf Kosten der Spannung geht. Im Vergleich zu seinem Debüt „Get Out“ ist Peele in „WIR“ nicht so bissig, weiß aber zu schockieren. Der Twist am Ende ist stark, kann aber mit einer guten filmischen Kombinationsgabe schon vorher erahnt werden.

(C) Universal Pictures

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Fazit: „WIR“ beweist, dass Jordan Peele kein kreatives One-Hit-Wonder ist, sondern, dass er starke Filme inszenieren kann, die im Gedächtnis bleiben. Zwar ist „WIR“ nicht so stark wie sein Debüt „Get Out“, überzeugt aber durch ein starkes Drehbuch und eine visuell starke Inszenierung.

Trivia: Ich durfte den Film in einem exklusiven Special Screening in Berlin sehen. Anschließend gab es ein Liveinterview mit den beiden Hauptdarstellern des Films: Oscarpreisträgerin Lupita Nyong’o und Winston Duke.

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