Review: "Shazam" - (Comicverfilmung)

Review: "Shazam" - (Comicverfilmung)

* * * * * * * * (8 von 10 Sternen)

Warner Bros. und DC Comics waren schon immer ein Gegenentwurf zu Marvel. Inspiriert durch den Inszenierungsstil von Chris Nolans „Batman“ Trilogie und der allgemein ernsthaften Stimmung der Comics sind die bisherigen Verfilmungen immer deep und düster ausgefallen. Mal gab es humoristische Elemente, aber der Grundton war recht ernsthaft und „bodenständig“. Dann crashten Ryan Reynolds und 20th Century Fox mit „Deadpool“ das Universum der Comicverfilmungen. Nun legt DC nach und liefert mit „Shazam“ einen verrückten Mix aus Humor und Thriller ab. Der Humor verneigt sich vor den Komödien aus den 80er und 90er Jahren. Er ist zwar bei weitem nicht so bissig wie bei „Deadpool“ aber der Film eignet sich für einen coolen Buddy-Kinoabend.

(C) Warner Bros. Pictures / New Line Cinema / DC Comics

(C) Warner Bros. Pictures / New Line Cinema / DC Comics

Der junge Billy Batson, Pflegekind und rebellischer Teenager, wird von einem mächtigen Zauberer zum „Champion“ auserwählt, weil er über ein reines Herz verfügt und somit die Power des alten Zauberers in sich tragen kann. Sagt er das Zauberwort „Shazam“, so erlangt er seine Superkräfte. Diese muss er gegen die Kraft der sieben Todsünden aufbringen, die sich gebündelt in einem Antagonisten befinden, der die Macht an sich reißen will. Doch noch Billy zweifelt selbst an sich, muss er noch seinen Platz in der Welt und vor allem eine neue Familie finden.

Regisseur David F Sandberg und seine Drehbuchautoren Henry Gayden und Adam Lemke liefern einen wilden Mix aus Comedy, Coming of Age, Thriller und Comicaction. Damit vertuschen sie ein wenig, dass die Dramaturgie nicht sehr komplex ist, aber das ist ja auch nicht der Fokus des Films. Sandberg, der bisher ausschließlich Horror-Stuff inszeniert hat, beweist ein gutes Händchen für das Timing der Jokes. Aber immer wieder blitzt auch seine Herkunft in seiner Inszenierung durch, denn einige Szenen sind auch recht düster geraten. Das Drehbuch überzeugt zum großen Teil in seiner Figurenzeichnung, besonders Billy Batson und seine neue Familie sind gelungen. Bei dem antagonistischen Charakter muss man manchmal mehrere Augen zudrücken. Er macht im Film zwar eine Entwicklung durch, ist aber recht eindimensional und sein Platz ist klar in der Welt verankert. Sandberg, Gayden und Lemke befeuern und bespaßen uns mit wunderbaren Ideen und coolen Sprüchen.

(C) Warner Bros. Pictures / New Line Cinema / DC Comics

(C) Warner Bros. Pictures / New Line Cinema / DC Comics

„Shazam“ lebt von der Performance seiner Schauspieler. Besonders Zackary Levi („Thor: Ragnarok“) offenbart uns seine absolute Spielfreude, wenn er als titelgebende Hauptfigur einen Jungen in einem muskelbepackten Körper eines Superhelden. Erstaunlicherweise ist, dass dabei Jungschauspieler Asher Angel viel ernstere Momente zu teil werden, die er auch richtig gut spielt. Sein Sidekick ist eine kleine Sprüchemaschine, top gespielt von Jack Dylan Grazer („Es“). Der charismatische Mark Strong („Kingsman“ „Robin Hood“) mimt den Antagonisten, während Djimon Hounsou („Blood Diamond“ „Gladiator“) in seiner Rolle kaum wiederzuerkennen ist.

Visuell überzeugt der Film auf weiter Strecke. Die Bilddramaturgie ist on Point. Keine Wackelkamera. Die Action ist ein guter Mix aus Handmade und VFX. In einigen Szenen ist man überrascht, dass kein VFX verwendet wurde. Der Wechsel zwischen Comedy und Thriller überzeugt auch auf visueller Ebene. Der Soundtrack von Benjamin Wallfisch („Es“ „Blade Runner 2049“) ist ein typischer Comichelden-Score lässt aber leider ein gutes Theme vermissen.

(C) Warner Bros. Pictures / New Line Cinema / DC Comics

(C) Warner Bros. Pictures / New Line Cinema / DC Comics

Fazit: „Shazam“ ist eine starke Comicverfilmungen aus dem DC Universum, perfekt geeignet für einen entspannten und lustigen Abend mit den Buddys im Kino. Der Film ist ein guter Mix aus Comedy und Thriller mit kleinen dramaturgischen Schwächen, dafür aber mit großer Spielfreude der Schauspieler.

Trivia: „Shazam“ startet am 05. April weltweit in den Kinos. Ich durfte den Film bereits am Donnerstag in der Pre-Preview sehen.

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